Geschichten aus dem Wiener Wald

Volksstück von Ödön von Horváth

 

   

Der Titel des Volksstückes mag (mit Absicht) irreführend sein und Erwartungen wecken, die nicht erfüllt werden: Die Geschichten aus dem Wiener Wald sind keine harmlosen Geschichten aus dem Wienerwald und alles andere als ein Volksstück der Wiener Gemütlichkeit.

Marianne, die Tochter des "Zauberkönigs" (Besitzer eines Spielwarengeschäftes), ist mit Oskar, einem Fleischhauereibesitzer, verlobt, den sie jedoch nicht wirklich liebt und sich nur auf Wunsch des Zauberkönigs mit ihm verlobt hat. Bei einem gemeinsamen Picknickausflug mit Oskar und Freunden der Familie, lernt sie Alfred, einen jungen Strizzi kennen, der aber nur an Frauen, Geld und an Pferderennwetten interessiert ist. Dieser hat sich eben von Valerie, einer Trafikantin getrennt. Valerie bandelt währenddessen mit Erich, einem Neffen des Zauberkönigs, an. Alfred schafft es, sich Marianne gefügig zu machen, so dass sie ihr Eheversprechen mit Oskar bricht. Ihr Vater, dessen „Altersvorsorge“ die Fleischhauerei gewesen wäre, verstößt Marianne darauf. Sie zieht zu Alfred und bekommt bald darauf ein Kind von ihm. Um von der Geliebten, deren Anhänglichkeit ihm bald lästig wird, wieder freizukommen, bringt Alfred sie bei einer „Tanzgruppe“ unter. Das Kind gibt sie zu Alfreds Mutter in die Wachau. Oskar liebt Marianne immer noch und möchte sie heiraten, doch er will das fremde Kind nicht aufnehmen.

    

Kritik der Rhein-Neckar-Zeitung vom 09. 10. 2007

 
Marianne landet im „Maxim“, einem berühmten Nachtclub in Wien, wo sie halbnackt in den so genannten „Lebenden Bildern“ posieren muss. Ein Gast, der ihr Geld bietet, damit sie mit ihm schläft, schiebt ihr den Diebstahl seiner Geldbörse unter, als sie sein Angebot ablehnt. Der Zauberkönig, der ebenfalls im "Maxim" als Gast anwesend ist und mitbekommt, dass seine eigene Tochter dort wegen des vermeintlichen Diebstahls verhaftet wird, erleidet vor Aufregung einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmt. Nach der Entlassung kehrt Marianne verzweifelt in ihr Elternhaus zurück. Ihr Vater, durch die Hilfe Valeries einsichtig geworden, verzeiht ihr und wird wieder gesund; Oskar will sie, nun auch mit ihrem Kind, heiraten. Währenddessen kehrt Alfred zu Valerie zurück. Als alle in die Wachau zu Alfreds Großmutter kommen, um das Kind abzuholen, erfährt Marianne, dass durch die Schuld der Großmutter, die Alfred von dieser „Last“ befreien wollte, ihr Kind gestorben sei. Gebrochen und zutiefst traurig geht Marianne mit Oskar davon.  

Alfred

Horst Huth

Beichtvater, Mister

Wolfgang Beckers

Erich

Peter Schmuttermaier

Großmutter

Beate Streit

Havlitschek

Franz Kapinus

Helene

Cathriona Siffling

Hierlinger, Conferencier

Michael Huber

Marianne

Iris Frey

Mutter

Anne Schulte-Holthaus

Oskar

Bernhard Neef

Rittmeister

Walter Lederer

Emma, Baronin, Tänzerin

Sandra Lackner

Valerie

Luitgart Hutzler

Zauberkönig

Lothar Gärtner

musikalische Unterstützung

Rüdiger Spitzenberger (Zither)

Rainer Mörch (Akkordeon)

Karin Oetzmann (Klavier)

Programmheft, Ton

Uschi Barth

Licht

Wolfgang Döngi

Regie

Franz Burkhard